- Grill und Brennstoff auf Kälte einstellen
- Nur draußen grillen – auch bei schlechtem Wetter
- Mit Thermometer statt nach der Uhr grillen
- Gäste warm halten und den Grillplatz gut planen
- Wintergemüse vom Rost: Grillkürbis mit Kräutern
- Checkliste für den Wintergrillabend
Ein Grillabend muss nicht auf warme Monate warten. Auch im Winter gelingen Steaks, Würstchen und saisonales Gemüse vom Rost. Damit die Kälte nicht zum Problem wird, kommt es auf einen sicheren Platz im Freien, zusätzliche Zeit zum Vorheizen und einen warmen Rückzugsort für die Gäste an.
Grill und Brennstoff auf Kälte einstellen
Kalte Luft und Wind lassen Wärme schneller entweichen. Planen Sie deshalb mehr Zeit zum Vorheizen und gegebenenfalls zusätzlichen Brennstoff ein. Halten Sie den Deckel möglichst geschlossen: Häufiges Öffnen lässt Wärme entweichen und kann die Garzeit verlängern. Entscheidend bleibt die Temperatur am Grillgut, nicht die Außentemperatur.
Ein Gasgrill mit Deckel erleichtert die Temperaturregelung. Bei Frost eignet sich Propan besser als reines Butan; Gasmischungen können bei starkem Frost an Leistung verlieren. Gasflaschen müssen aufrecht und standsicher stehen. Betreiben Sie sie nach Herstellerangaben und erwärmen Sie sie niemals mit Heizgeräten oder offenen Flammen.
Auch Holzkohlegrills funktionieren im Winter. Trockene Kohle und ein Anzündkamin erleichtern den Start; bei Kälte und Wind kann mehr Brennstoff nötig sein. Achten Sie auf Funkenflug. Bei Smoker und Pelletgrill können Brennstoffbedarf und Garzeit steigen. Pellets müssen trocken bleiben; beachten Sie die Hinweise des Herstellers zum Winterbetrieb.
Nur draußen grillen – auch bei schlechtem Wetter
Holzkohle- und Gasgrills gehören ausschließlich ins Freie. Garagen, Gartenhäuser, Wintergärten und geschlossene Pavillons sind ungeeignet. Auch teilweise eingehauste Bereiche können gefährlich sein: Beim Verbrennen kann unsichtbares und geruchloses Kohlenmonoxid entstehen, das lebensgefährlich ist.
- Stellen Sie den Grill an einem gut belüfteten Platz auf und halten Sie Abstand zu Wänden, Dachüberständen, Zäunen und brennbaren Materialien.
- Nutzen Sie einen stabilen, feuerfesten Untergrund. Entfernen Sie Schnee und Eis aus dem Gehbereich.
- Halten Sie Lüftungsöffnungen, Brenner und Abgaswege frei von Schnee.
- Decken Sie den Grill nicht mit Decken oder improvisierten Materialien ab und lassen Sie ihn nicht unbeaufsichtigt.
- Verwenden Sie einen Gasgrill nicht mit Holzkohle, sofern er nicht ausdrücklich dafür konstruiert wurde.
Bei starkem Wind können Temperaturregelung und Funkenflug zum Problem werden. Verschieben Sie den Grillabend bei Sturm, gefährlichen Böen oder unsicherem Stand. Sorgen Sie außerdem für ausreichend Licht am Grill sowie auf Wegen und Treppen.
Mit Thermometer statt nach der Uhr grillen
Ein Grillthermometer hilft, die Temperatur im Blick zu behalten, ohne den Deckel ständig zu öffnen. Als Richtwerte für den Garraum gelten 220 bis 300 °C für direkt gegrillte Steaks, 160 bis 200 °C für Bratwurst und Hähnchen sowie 180 bis 220 °C für Gemüse. Pulled Pork wird typischerweise indirekt bei 105 bis 130 °C gegart. Die tatsächliche Garzeit hängt unter anderem vom Grill und vom Wetter ab.
Besonders bei Geflügel und Hackfleisch sind geeignete Kerntemperaturen und ausreichende Garzeiten wichtig. Größere Fleischstücke sollten kontrolliert im Kühlschrank auftauen, statt gefroren auf den Rost zu kommen. Lagern Sie Grillgut bis zur Zubereitung hygienisch und kühl.
Gäste warm halten und den Grillplatz gut planen
Mehrere Kleidungsschichten, eine winddichte Jacke, Mütze, Schal und warme, rutschfeste Schuhe helfen gegen die Kälte. Wer grillt, sollte locker herabhängende Schals und weite Ärmel von Flammen fernhalten und hitzebeständige Grillhandschuhe tragen.
Ein windgeschützter Sitzbereich sollte vom Grillplatz getrennt sein. Isolierende Sitzkissen und warme Fußunterlagen machen längeres Sitzen angenehmer. Mobile Sichtschutzwände müssen sicher befestigt sein und Abstand zur Hitzequelle halten. Zugelassene elektrische Heizstrahler oder eine Feuerschale kommen nur in geeigneten Außenbereichen und unter Beachtung der Sicherheitsabstände infrage.
Eine praktische Möglichkeit: draußen grillen und zum Essen bei Bedarf in einen beheizten Innenraum wechseln. Warme alkoholfreie Getränke wie Apfelpunsch, Ingwertee oder heiße Schokolade lassen sich in Thermoskannen bereitstellen. Alkohol wärmt nicht tatsächlich und kann die Wärmeabgabe des Körpers fördern.
Wintergemüse vom Rost: Grillkürbis mit Kräutern
Kürbis, Rosenkohl, Pastinaken, Möhren und Süßkartoffeln passen gut auf den Wintergrill. Für vier Portionen Grillkürbis brauchen Sie:
- einen mittelgroßen Hokkaido-Kürbis
- 3 Esslöffel Olivenöl
- 2 Knoblauchzehen
- je 2 Zweige Rosmarin und Thymian
- 1 Teelöffel edelsüßes Paprikapulver
- Salz und Pfeffer
- optional: Kürbiskerne und etwas Zitronensaft
- Waschen Sie den Kürbis, halbieren und entkernen Sie ihn und schneiden Sie ihn in etwa zwei Zentimeter dicke Spalten. Die Schale kann mitgegessen werden.
- Vermischen Sie Öl, gehackten Knoblauch, Kräuter, Paprikapulver und Pfeffer. Bestreichen Sie die Kürbisspalten mit der Mischung.
- Richten Sie eine indirekte Grillzone mit 180 bis 200 °C ein. Grillen Sie den Kürbis bei geschlossenem Deckel etwa 25 bis 35 Minuten und wenden Sie die Spalten nach der Hälfte der Zeit.
- Sobald sie weich sind, können Sie die Spalten kurz über direkter Hitze bräunen. Salzen Sie sie zum Schluss und servieren Sie sie nach Wunsch mit Kürbiskernen und Zitronensaft.
Joghurt-Kräuter-Dip, knuspriges Brot oder Feldsalat passen dazu. Als Dessert bieten sich Bratäpfel mit Zimt und gehackten Nüssen an.
Checkliste für den Wintergrillabend
- Wetter und Wind prüfen; bei gefährlichen Bedingungen verschieben.
- Den Grill sicher und gut belüftet im Freien aufstellen.
- Brennstoff, Thermometer und ausreichend Vorheizzeit einplanen.
- Rutschfeste Kleidung, Grillhandschuhe und warme Sitzunterlagen bereitlegen.
- Für Getränke, Beleuchtung und einen Rückzugsort sorgen.
- Den Grill nach Gebrauch vollständig abkühlen lassen.
Für den Einstieg genügt eine kleine Auswahl: ein Grillgericht, saisonales Gemüse und warme Getränke. Ein sicherer Standort und ein geschützter Platz zum Aufwärmen helfen, den Abend auch bei frostigen Temperaturen angenehm zu gestalten.